Das Tribunal
Wolfram zog die Uniform an wie er es immer tat. Kragen geschlossen, jede Naht an ihrem Platz, die Orden in der richtigen Reihenfolge.
„Der Ruf der Götter“ ist der erste Band von „Sirius B“
Wolfram zog die Uniform an wie er es immer tat. Kragen geschlossen, jede Naht an ihrem Platz, die Orden in der richtigen Reihenfolge.
Der Besprechungsraum war nicht aktiviert. Kein Projektor, keine Übersicht, keine Tischbeleuchtung – nur die Grundbeleuchtung die den Raum in ein gleichmäßiges Grau tauchte.
Die Stormraven hing im Dunkeln wie ein Werkzeug das jemand weggelegt hatte ohne zu erklären warum.
Wolfram trat ein ohne zu zögern. Die Kälte traf ihn sofort – nicht wie ein Korridor der zu lange unbeheizt war, sondern wie ein Raum der etwas enthielt das Wärme nicht duldete. Er registrierte es und ließ es registriert sein. Erik sah ihn an. Das Lächeln war noch da – breiter vielleicht als vorhin, die…
Der Satz den Götz aufschnappte kam aus der Kantine. Nicht laut. Nicht als Anklage. Einfach die Frage eines Mannes der einen Kaffee hielt und zur Seite sprach: „Wie lange noch?“
Der Besprechungsraum hatte nie gut gerochen. Zu viele Menschen auf zu wenig Raum, die Lüftung die hier immer einen halben Grad zu kalt lief. Heute fiel es niemandem auf.
Der Frachtraum atmete anders. Nicht wärmer. Nicht kälter. Nur – anders, auf eine Art die sich nicht in Messwerte übersetzen ließ.
Der Frachtraum war nie für Menschen gedacht gewesen. Das merkte man. Die Decke zu hoch, die Wände zu weit auseinander, die Beleuchtung auf Effizienz ausgelegt nicht auf Anwesenheit.
Wolfram trat in die Krankenstation und sprach Norwegisch. Nicht viel – ein Satz, vielleicht zwei. Aber Arvid hob den Kopf, und zum ersten Mal seit Ragnar die Luke aufgezogen hatte erschien etwas in seinem Gesicht das keine Erschöpfung und keine Vorsicht war.
Sie waren seit vier Stunden im Nebel. Koppelnavigation. Keine Referenzpunkte, kein fester Horizont – nur die errechnete Position die mit jeder Stunde ungenauer wurde.