Wotansklinge
Haunebu IV. Schwerer Kampfkreuzer. Flaggschiff von Projekt Nordmark unter dem Kommando von Wolfram von Drachau. Massiv, erprobt, einzigartig – und in ihrem Inneren trägt sie etwas das die Physik noch nicht erklärt hat.
Wer die Wotansklinge zum ersten Mal aus der Distanz sieht weiß sofort woran er ist. Es gibt keine Zweideutigkeit in ihrer Silhouette.
Das Schiff
Die Wotansklinge ist eine Haunebu IV – keine Neuentwicklung, sondern das Ergebnis von Jahrzehnten die in Stahl und Erfahrung gegossen wurden. Ihre Klasse ist nicht die modernste die das Imperium zu bieten hat. Sie ist etwas anderes: erprobt, gefürchtet, durch Einsätze gegangen die andere Schiffe nicht überlebt hätten.
Was sie von der übrigen Flotte trennt ist nicht ihr Alter. Es sind die Modifikationen die unter Wolframs Kommando eingeflossen sind – an der Bewaffnung, am Antrieb, an Systemen die auf keiner Standardspezifikation erscheinen. Die Wotansklinge ist seit ihrer Indienststellung ein laufendes Experiment. Die Gegner des Imperiums wissen das. Reproduzieren können sie es trotzdem nicht.
Der Antrieb
Der Thule Tachyonator der Wotansklinge arbeitet mit einer zusätzlichen Resonanzebene. Diese erzeugt einen Vortex – und dieser Vortex tut etwas das die Physik bis heute nicht vollständig erklären kann: er liefert Energie. Etwa fünfundzwanzig Prozent des Gesamtbedarfs kommen aus einer Quelle die in keinem Modell auftaucht. Aus dem Nichts, so sagen die die es beobachten. Seit zehn Jahren läuft das System. Seit zehn Jahren hat niemand eine befriedigende Erklärung.
Die Prozedur dahinter ist streng geheim – aber nicht auf gewöhnliche Weise. Es gibt keine einzelne Person die das Gesamtsystem kennt. Das Wissen ist fragmentiert, auf mehrere Köpfe verteilt, so dass kein Verlust und kein Verrat das Ganze preisgibt. Wer versucht die Fragmente zusammenzusetzen wird feststellen dass die Lücken größer sind als das was er hat.
Und wer versucht tiefer einzudringen als erlaubt, löst den Totmannschalter aus. Der Datensatz vernichtet sich selbst. Unwiederbringlich. Was dann übrig bleibt ist ein Antrieb ohne Funktion – und die Gewissheit dass man zu weit gegangen ist.
Die Besatzung
Auf der Wotansklinge zu dienen ist kein Posten. Es ist ein Privileg das man sich verdient – durch Qualifikation, durch Leistung, durch das was von einem Menschen übrig bleibt wenn alles Überflüssige weggestrichen wurde. Nur die Besten kommen durch das Auswahlverfahren. Nur die Besten bleiben.
Das Ergebnis ist eine Besatzung die funktioniert wie ein Organismus. Keine Reibung die nicht produktiv ist. Kein Ausfall der nicht aufgefangen wird. Wolfram von Drachau ist ihr einziger Kommandant – sie wurde unter ihm in Dienst gestellt und kennt keinen anderen.
Der Name
Wotan führt einen Speer. Jeder der sich für nordische Mythologie interessiert weiß das – Gungnir, der nie sein Ziel verfehlt. Als Wolfram sein Schiff Wotansklinge taufte fragten Experten nach. Er antwortete nicht.
Die Erklärung steht noch aus.
